Die Dekoration der Institution Schule: Filminterpretationen by Astrid Baltruschat

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By Astrid Baltruschat

In welcher Weise wird das Handeln der Akteure in der Schule im Sinne einer strukturierenden Struktur bestimmt? Welche Muster des Handelns lassen sich rekonstruieren? Unter Rückgriff auf die dokumentarische Methode ergeben sich aus den Orientierungen der beiden schulischen Akteursgruppen Schüler und Lehrer neue Erkenntnisse: Beide Gruppen scheinen auf je eigene Weise an einem 'zeremoniellen Rollenspiel' beteiligt zu sein, in dem die aktuell propagierte Programmatik von Schule zur Aufführung gebracht wird. Gleichzeitig werden aber gerade durch diese Praxis eben genau diese Ideale und Leitziele konterkariert.

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Der Zuschauer blickt dadurch in gewisser Weise mit den Augen der (unsichtbar bleibenden) Lehrerin auf das gezeigte Geschehen. Das Gegenstück dazu wäre sozusagen ein ›objektiver‹ Blick, also der Blick eines Außenstehenden (eines Zuschauers) auf das Geschehen (Hickethier 2001: 130–132; Faulstich 2002: 120; vgl. Kap. 2). Die einzige Begegnung zwischen Lehrern und Schülern vollzieht sich in diesem Film also in Form eines ›subjektiven‹ Blicks der Lehrerin, die in Blickführung, Tongestaltung und Bildgestaltung als eine isolierte, ganz in ihrer eigenen Welt gefangene Person (oder besser ›Nicht-Person‹) erscheint und dabei auch noch hinter einer riesigen Aktentasche (ein Metonym für apersonale Tätigkeiten) verschwindet.

Demgegenüber sieht eine Reihe anderer Filmtheoretiker das Spezi¿sche des Films in der Montage bzw. im Schnitt (vgl. Bohnsack 2009a: 158f). Diese Position spiegelt sich in einem Zitat, das Stanley Kubrick zugeschrieben wird, sehr prägnant wider: »Die Montage ist der einzige Vorgang, bei dem der Film keine Anleihen bei anderen Künsten macht. « (Wiedemann 2005: 371) Im Blick auf die ¿lmische Möglichkeit der Montage taucht auch immer wieder der Topos einer eigenen ›Sprache des Films‹ auf, was Balázs beispielsweise folgendermaßen formuliert: Was ist es, was die Kamera nicht reproduziert, sondern selbst schafft?

Im zweiten Schritt, der sog. »reÀektierenden Interpretation«, wird sodann der Frage nachgegangen, wie diese Aussagen von den Akteuren dargestellt, wie sie verortet und begründet werden (Bohnsack 2003a: 34ff, 135ff). Filminterpretation nach der dokumentarischen Methode 33 Abb. 3 Dabei geht es lediglich darum, die Herstellung der Realitätskonstruktionen der Akteure nachzuvollziehen, nicht aber sie auf ihre Richtigkeit oder ihre Berechtigung hin zu untersuchen oder sie zu bewerten. Jegliche Geltungsansprüche von Aussagen werden hier bewusst ausgeklammert (Bohnsack 2003a: 64f).

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