Auf dem Weg vom Kleinkind zum Schulkind: Eine Langzeitstudie by Maria Fölling-Albers, Arnulf Hopf

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By Maria Fölling-Albers, Arnulf Hopf

Unsere empirische Uingsschnittstudie mit den jetzt vorliegenden Ergebnissen tiber das Aufwachsen drei- bis zehnjahriger Kinder in verschiedenen Wohn gebieten wurde bereits Mitte der 80er Jahre konzipiert und in ersten Voruntersuchungen erprobt. Von 1987-1991 ftihrten wir in drei unterschied lich strukturierten W ohngebieten, die in oder nahe einer norddeutschen GroBstadt liegen, bei Eltem von Kindergarten- und Grundschulkindem jahr lich wiederkehrend schriftliche Befragungen tiber verschiedene Aspekte der Entwicklung von Kindem durch. Daneben fanden bis 1993/94 zahlreiche mtindliche Befragungen mit ausgewahlten Personen statt, die tiber die Wohngebiete selbst undloder tiber die Chancen und auch Beschrankungen des Aufwachsens der Kinder in den jeweiligen Wohngebieten Ausktinfte ge ben konnten. Wir wollten bei dieser Studie weder eine individuum-zentrierte Orientie rung verfolgen, wie sie etwa von bestimmten Richtungen der Entwicklungs psychologie vertreten wird, noch haben wir ausschlieBlich an den soziologi schen Familienanalysen der schichtspezifischen Sozialisationsforschung fest gehalten. Nach unserem Verstandnis kann eine sozia16kologische Orientie rung noch am ehesten die Wechselwirkungen zwischen der Umwelt von kinfolk dem (sozia16kologischer Kontext) und der kindlichen Entwicklung empirisch erkunden und theoretisch zu fassen versuchen. Der Ausgangspunkt battle somit die differenzierte Bestimmung kindlicher Lebenslagen unter besonderer Be achtung sozialraumlicher Faktoren, die als Entwicklungsvoraussetzung ver standen und als eigenwertige Variablen behandelt wurden (sog. Soziotope).

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Spannende und gespannte Moleküle

Der Autor behandelt im vorliegenden Werk die Entwicklung der Strukturtheorie der organischen Chemie, beginnend mit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ferner beschreibt er eingehend die gelieferten Beiträge zur Molekülspannung und zeigt die neueren Entwicklungen auf diesem Gebiet auf. Die Konsequenzen der Spannung für die Reaktivität, die gespannten Käfigmoleküle mit Relaisfunktion, die Käfigmoleküle zur Aufklärung des Reaktionswegs sowie das Vorkommen und die Anwendung der gespannten Systeme werden ebenfalls aufgeführt.

Festschrift für Werner Merle: Zum 60. Geburtstag

Mit der vorliegenden Festschrift wird Herr Professor Werner Merle zum 60. Geburtstag geehrt. Mit Beiträgen von: Dr. Christian Armbrüster; Dr. Peter Bassenge, Vorsitzender Richter am LG a. D. ; Dr. Matthias Becker; August Belz, Vorsitzender Richter am OLG a. D. ; Diplom-Volkswirt Volker Bielefeld; RA Dr.

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Fiir die groBeren Kinder schein en diese Restriktionen in ihrem Nahraum keine so groBe Einschrankung zu bedeuten. Durch ihre groBere Souveranitat im StraBenverkehr, aber wohl auch durch ihre groBere Mobilitat konnen sie die Beschrankungen in ihrem Wohngebiet besser kompensieren als die jiingeren Kinder. 10 Diese Beispieie wei sen auf die Tatsache der sUbjektiven Bewertung von Raumen hin. 46 Aufenthalt in den verschiedenen Wohngebieten Neben den altersspezifischen Unterschieden sind aber auch erhebliche lebensraumspezifische Divergenzen festzustellen.

Kennzeichnend fiir das Aufwachsen in der Nachkriegszeit war, daB die Kinder und Jugendlichen in den Zeiten, in denen sie nicht Schularbeiten zu erledigen hatten oder durch Pflichten im Haushalt bzw. im Familienbetrieb der Eltern gebunden waren, sich unbeaufsichtigt und unkontrolliert an meist verschiedenen Platzen drauBen authielten. Es gab meist keine festen Verabredungen zwischen den Kindern. Die "Kinderdiehte" garantierte, daB man fast immer jemanden drauBen traf, wenn man hinausging. Gespielt wurde in mehr oder weniger groBen, oft altersgemischt zusammengesetzten Gruppen mit- oder auch gegeneinander (vgl.

Mit zunehmendem Alter immer weiter aus. " (Pfeil 1955, S. 23)5 5 Elisabeth Pfeil greift bei ihren Beschreibungen und Interpretationen auch auf Untersuchungen von Martha Muchow zuriick, die diese in den 20er Jahren bei ihren Beobachtungen in einem Hamburger Stadtteil gemacht hatte: Kinder nutzen den Raum nicht nur so, wie er von den Erwachsenen und flir deren Bediirfnisse ge- 41 Die dichtere Besiedlung, vor allem aber die zunehmende Funktionstrennung der Raume (Wohnen, Arbeitsplatz, Einkaufsmiirkte), nicht zuletzt aber das verstiirkte Verkehrsaufkommen von den 70er Jahren an fiihrten dazu, daB viele der Kinder heute ihren Nahraum immer weniger als einen einheitlichen Lebensraum erleben konnen, in dem sie wohnen, zur Schule gehen, spielen, Sport treiben und ihre Freundes- und Verwandtenkontakte aufbauen konnen.

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